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Dur und Moll erkennen – Anleitung, Tipps und Übungen

Du willst lernen Dur- und Moll-Tonarten, -Akkorde und Tonleitern zu erkennen bzw. zu unterscheiden und suchst Übungen dazu? Dieser Artikel beinhaltet alles, was du über Dur und Moll wissen musst.

Dur und Moll nach Gehör erkennen

Du brauchst kein geschultes musikalisches Gehör zu haben, um Dur und Moll unterscheiden zu können.

Dur und Moll unterscheiden sich etwa wie Tag und Nacht oder wie Sommer und Winter:

  • Dur klingt fröhlich, feierlich, «strahlend» und eher warm
  • Moll klingt melancholisch, düster, traurig und eher kalt

Ein paar Beispiele

Aus der Klavier-Klassik:

Evergreens:

Popsongs ab 2000, Bruno Mars:

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Dur und Moll nach Vorzeichen erkennen

Wenn du nur die Vorzeichen eines Lieds hast, kennst du zwar den Tonvorrat – d.h. welche Töne im Lied vorkommen und welche nicht. Aber ob die Melodie in Moll oder in Dur ist weisst du noch nicht.

Um das zu erkennen, musst du den Grundton kennen. Mehr Infos dazu findest du im Blogpost zum Bestimmen von Tonarten:

Tonarten erkennen

Wenn du den Grundton kennst und weisst, welche Töne im Lied vorkommen, dann kannst du das Intervall vom Grundton zum dritten Ton (der «Terz») anschauen – bei Dur ist es eine grosse Terz (4 Halbtonschritte) und bei Moll eine kleine Terz (3 Halbtonschritte). In anderen Worten: Du kannst Dur daran erkennen, dass es einen Ton zwischen dem zweiten und dem dritten Ton gibt. Bei Moll gibt es keinen, da «klebt» der dritte Ton der Tonleiter am zweiten Ton.

Dur und Moll erkennen anhand der Intervalle

Das liegt an der Intervall-Struktur der Tonleitern. Im obigen Bild siehst du am Beispiel von C-Dur bzw. C-Moll die Unterschiede:

  • Dur-Tonleitern haben die Intervalle 1-2-3-4-5-6-7
  • Moll-Tonleitern haben die Intervalle 1-2-b3-4-5-b6-b7

Von Dur nach Moll wechseln und zurück?

Grundsätzlich kann von jeder zu jeder Tonart gewechselt werden. Es gibt dabei zwei Spezialfälle: Wechsel zur Paralleltonart und Wechsel zur Varianttonart.

Die Paralleltonart hat dieselben Vorzeichen, die Varianttonart denselben Grundton.

C-Dur und A-Moll sind z.B. Paralleltonarten. Sie haben nicht denselben Grundton, aber dieselben Vorzeichen. C-Dur und C-Moll sind hingegen Varianttonarten, sie haben denselben Grundton aber unterschiedliche Vorzeichen.

Wechsel zur Paralleltonart

Aufgrund derselben Vorzeichen haben Paralleltonarten denselben Tonvorrat, was den Wechsel zwischen Moll und Dur sehr dezent und z.T. fast nicht bemerkbar macht. Es werden ja vor und nach dem Tonartwechsel dieselben Töne verwendet.

Ein Beispiel hierfür ist das Lied Falling Slowly aus dem Film Once: Das Lied ist meist in Dur, ausser im Pre-Refrain ab «Games that never amount…» – dieser Teil ist in Moll. Man erkennt es hier an den Akkorden:

Strofe: C und F
Pre-Refrain: Am, G und F
Refrain: C, Am und F

Alle Akkorde sind Teil der Vorzeichen von C-Dur/A-Moll, d.h. der Tonvorrat ist derselbe. Aber in der Strofe kommt kein A-Moll-Akkord vor, sondern nur C-Dur (und F-Dur). Die Strofe ist also definitiv in Dur. Im Pre-Refrain kommt hingegen ein Am vor, aber kein C – also ist dieser Teil in Moll.

Wechsel zur Varianttonart

Varianttonarten haben NICHT denselben Tonvorrat, deswegen ist so ein Tonartwechsel meist sehr gut hörbar. Dies liegt auch daran, das Varianttonarten nicht so stark verwandt sind. Sie unterscheiden sich in 3 von 7 Tönen und liegen somit auf dem Quintenzirkel drei Schritte auseinander. Weitere Infos zum Quintenzirkel findest du hier:

Quintenzirkel Anwendung

Um diesen Tonartwechsel zu veranschaulichen, habe ich das Lied Happy Birthday in Dur und in Moll gespielt und die Unterschiede genau erklärt. Du kannst dieses Experiment hier nachschauen:

Happy Birthday in Moll?

Dur und Moll erkennen: praktische Übungen

Erkenne die Tonart nach Gehör

Ist das Lied Crazy Little Thing Called Love Dur oder Moll?

(Antwort #1 unten)

Ist das Lied Let it Be Dur oder Moll?

(Antwort #2 unten)

Ist das Lied Stairway to Heaven Dur oder Moll?

(Antwort #3 unten)

Erkenne die Tonart dieser Akkorde

(Antwort #4 unten)

(Antwort #5 unten)

(Antwort #6 unten)

Erkenne die Tonart dieser Tonleitern

(Antwort #7 unten)

(Antwort #8 unten)

(Antwort #9 unten)

Erkenne die Tonart dieser Melodien nach Noten

(Antwort #10 unten)

(Antwort #11 unten)

(Antwort #12 unten)

Erkenne die Tonart dieser Melodien nach Gehör

(Antwort #13 unten)

(Antwort #14 unten)

(Antwort #15 unten)

Hast du Fragen? Schreib unten einen Kommentar. Ich helfe dir gerne weiter.

Lösungs-Antworten auf die Übungen:

  1. Dur
  2. Dur
  3. Moll
  4. Dur
  5. Moll
  6. Dur
  7. Dur
  8. Moll
  9. Moll
  10. Dur
  11. Moll
  12. Moll
  13. Dur
  14. Moll
  15. Moll

Artemi

Als Klavierlehrer ist Artemi leidenschaftlich dabei, das Know-How um das freie Klavierspiel für alle Tastenbegeisterte frei zugänglich zu machen. Jede und jeder soll Klavier spielen lernen können – kostenfrei und unkompliziert. > mehr über Artemi

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Dagmar Barth-Weingarten

    Hallo, Artemi,
    vielen Dank für das Zusenden der 5 Akkord-Challenge Lektionen. Ich bin bei der 2. hängen geblieben, nicht bei der Akkord-Lektion selbst, sondern beim weiterführenden Material, hier Dur-Moll erkennen. Hören geht ganz gut, aber wie fange ich das mit den Akkorden an: ist die Taste am weitesten links immer der Grundton? Und selbst dann, kann es ja doch eigentlich immer beides sein, weil sie auf das gleiche Tonrepertoire zurückgreifen oder hab ich irgendwo was Entscheidendes überlesen? Auch beim Erkennen nach Melodienoten hab ich das problem: Ich denke, ich weiß, welche Stelle des Quintenzirkels relevant ist, aber da stehen immer Du und Moll. Danke für Deine Hilfe schon mal und viele Grüße,
    Dagmar

    1. Artemi

      Liebe Dagmar
      Danke für deine Fragen. Deine Fragen sollten in den weiteren Lektionen der Challenge klar werden. Wenn nicht, komm bitte nachher nochmal auf mich zu.
      Ich will dir noch sagen, dass es zwischen Dur und Moll als Tonart auch Graubereiche gibt und dass es auch oft gar nicht relevant ist, ob es jetzt Dur oder Moll ist, solange du den Tonvorrat kennst. Der Rest kommt mit der Übung, mach dir jetzt keinen Kopf, wenn du das nicht sofort ganz klar hin kriegst.
      Grüsse,
      Artemi

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