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Akkorde & Begleitung Ratgeber

Klavier-Akkorde Lernen – Die Ultimative 7-Schritte Anleitung

Wenn du Klavier spielst und Akkorde lernen willst, weisst du möglicherweise nicht, wo anfangen. Oder vielleicht hast du schon mal mit einer Grifftabelle für Klavier experimentiert und warst mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Diese Anleitung zeigt dir den Weg auf – angefangen bei Null bis hin zum ultimativen Ziel der absoluten Beherrschung der Akkorde auf dem Klavier.

Ich habe den Weg für dich in 7 einfache Schritte aufgeteilt. Diese 7 Schritte entsprechen übrigens auch den 7 Wochen meines Akkorde-Trainings, das für jeden Schritt detaillierte Video-Anleitungen, Beispiele und Aufgaben beinhaltet.

Du lernst hier also die Geheimformel. Wenn du alle Bausteine aufmerksam studierst und konsequent anwendest, hat diese Anleitung das Potential, dich zum absoluten Akkorde-Meister zu machen.

Du wirst also ans Klavier sitzen und drauf los spielen können, und deine Musik wird sich anhören, als wäre sie sorgfältig komponiert worden. Ich übertreibe nicht, denn das ist das Feedback, das ich sehr oft höre. Also los geht’s!

Klavier Akkorde Lernen in 7 Schritten

1. Klavier-Akkorde kann man ohne solide Basis nicht lernen

Was gehört zu einer soliden Basis? Wenn ich es in einem Wort zusammenfassen müsste, würde ich «Tonarten» sagen. Meiner Erfahrung nach, können Musiker erst richtig solid improvisieren, wenn sie Tonarten begreifen.

Eine Basis hast du, wenn du Tonarten erkennen, den Quintenzirkel verstehen und anwenden, Tonleitern zusammenbauen, Intervalle bestimmen kannst und auch die Stufen einer Tonart verstehen und anwenden kannst.

2. Grundverständnis für Dreiklänge und deren Umkehrungen

Auf die Basis der Tonarten kannst du Dreiklänge drauf bauen. Wenn du Dreiklänge mit ihren Umkehrungen spielen kannst, fangen deine Akkorde an zu klingen.

Es gibt neben Moll- und Dur-Dreiklängen übrigens noch fünf weitere Dreiklang-Typen. Sobald du nicht nur Kinderlieder oder Folkslieder, sondern auch Pop, Rock, Jazz, Blues oder anderes spielen willst, empfehle ich dir diese zu studieren. Darunter sind z.B. sus-Akkorde, aug-Akkorde und dim-Akkorde, denen wirst du auf deiner Reise bestimmt begegnen.

3. Extensions – Klavier-Akkorde erweitern lernen

Damit du auch 6er, 7er, 9er und weitere Klavier-Akkorde verstehen und spielen lernst, musst du Akkorderweiterungen – Extensions – verstehen. Alle Akkorde, die nicht Dreiklänge sind, sind nämlich erweiterte Dreiklänge.

In meinem Artikel über die Akkord-Listen findest du eine Übersicht der Akkorderweiterungen.

4. Quintfall – der Grund warum Akkordfolgen so sind wie sie sind

Akkordfolgen haben einen Grund. Dieser Grund nennt sich Quintfall: Wenn von der Quint eines Akkords aus ein Akkord gespielt wird, dann will er «aufgelöst» werden. Das westliche Musikgehör ist auf Quintfall-Auflösungen geschult, nur wissen die meisten Menschen nichts davon. Probier’s aus: Nach einem G-Akkord erwartet dein Ohr einen C-Akkord, weil G die Quint von C ist.

Diese einfache Erkenntnis hat viele Konsequenzen, Variationen und mehrere Steigerungen. In meinem Basis-Kurs «Chords Foundation» lernst du im Kapitel über Akkordfolgen:

  • wie du Durakkorde, Septakkorde und b9-Akkorde nutzen kannst, um Spannungsauflösungen stufenweise zu steigern,
  • wie Quintauflösungen in Moll, in Dur und in harmonisch Moll angewendet werden können und
  • wie du den Quintfall für Melodien, Bassläufe und andere Begleitungen nutzen kannst.

5. Voicings – das Geheimnis der Klavier-Akkorde

Viele meiner Schüler halten Voicings für den grössten Augenöffner beim Klavier-Akkorde Lernen. Macht auch Sinn, denn der Unterschied ist gross: Mit Akkordumkehrungen kannst du einen Dreiklang auf drei verschieden Arten spielen. Mit Voicings werden diese Möglichkeiten unendlich.

Der Paradigmenwechsel im Akkorde-Verständnis passiert dann, wenn du aufhörst Akkorde als «Griffe» zu sehen (wie auf einer Gitarre) und anfängst sie mehr als «Tonvorrat» anzuschauen. Ein Akkord ist damit eine Anweisung, welche Töne du verwendest.

Ein C-Dur-Akkord zum Beispiel besteht aus den drei Tönen C, E und G. Und Voicings eines C-Dur-Akkords sind Möglichkeiten, die Töne C, E und G auf dem Klavier zu spielen. Du kannst sie wie eine Dreiklangumkehrung nebeneinander spielen, du kannst sie aber auch weiter auseinander auf der Klaviatur verteilen und auch einzelne dieser Töne verdoppeln – z.B. mit der linken Hand ein C und ein G spielen und mit der rechten Hand ein E und darüber ein C.

Plötzlich sind Akkorde nicht mehr langweilige Dreiklänge, denn du hast die Chance sie genau so klingen zu lassen, wie du sie haben willst: schwer oder leicht, leise oder laut, voll oder «luftig», dramatisch oder entspannt…

6. Patterns machen aus einer Akkordfolge ein Lied

Zyklen, Rituale – wiederkehrende, bekannte Dinge geben uns ein Gefühl des «Bekannten», ein Gefühl von Sicherheit, eine Art Container, in dem wir uns frei bewegen können. So dienen Muster (engl. Patterns) dazu, dem Pianist und auch dem Zuhörer bzw. der Zuhörerin einen klaren Rahmen zu geben, in dem Improvisation stattfinden und die Musik sich entfalten kann.

Was oft als Begleitmuster bezeichnet wird, ist nicht nur dafür gedacht, ein Soloinstrument oder eine/n Sänger/in zu begleiten. Wenn du ein Klavier-Solo spielst, begleitest du dich immer auch selber. Oft spielt die linke Hand Begleitmuster, während die rechte Hand die Melodie spielt oder improvisiert.

Ich habe ein paar einfache Begleitmuster in diesem Artikel gesammelt und erkläre sie anhand eines einfachen Beispiels.

7. Aus Klavier-Akkorden mach Klavier-Melodien

Ein Klavierstück mit den perfekt gespielten Akkorden, Patterns, Voicings und Extensions wäre mit der Zeit langweilig, wenn nicht noch ein kleines Bisschen Improvisation dazu käme. Wenn du ein Stück schon hundert mal gespielt hast und es mittlerweile sitzt und du sonst zufrieden bist damit, fängst du an «Lücken» zu erkennen.

Möglicherweise sind das Stellen, an denen die Melodie eine kurze Pause macht und die blosse Begleitung zum Vorschein kommt. Sie kann dann etwas «leer» klingen. Hier kommen Fills zum Einsatz – kurze Melodien, die du entweder geübt oder aus dem Stegreif einspielst.

Sie bestehen meist nicht nur aus den Tönen des aktuellen Akkords, sondern aus Tönen der entsprechenden Tonleiter. Wenn diese Lücke z.B. während eines C-Dur-Akkords gefüllt werden soll, kannst du die Töne der C-Dur-Tonleiter oder der C-Dur-Pentatonik nutzen, um deinen Fill dezent zu machen. Wenn er etwas frecher sein soll, kannst du z.B. die C-Dur-Blues-Tonleiter nehmen.

Ich unterstütze dich beim Erlernen aller 7 Schritte

Du kannst dich jederzeit meinem neues Online-Training «Chords Foundation» anschliessen. Es ist ein 7-Wöchiges Training, bei dem du in deinem eigenen Tempo mit Hilfe vieler Video-Anleitungen dir alles nötige Wissen aneignen und es gleich für deine eigene Case Study anwenden kannst. Ich freue mich auf dich!

Klavier Akkorde Lernen - 7-Wochen-Training

Hast du Fragen? Schreib unten einen Kommentar, ich helfe dir gerne weiter.

Von Artemi

Als Klavierlehrer ist Artemi leidenschaftlich dabei, das Know-How um das freie Klavierspiel für alle frei zugänglich zu machen. Jede und jeder soll Klavier spielen lernen können – kostenfrei und unkompliziert.

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2 Antworten auf „Klavier-Akkorde Lernen – Die Ultimative 7-Schritte Anleitung“

Ich bin 65 Jahre alt habe im Februar mit dem Klavierunterricht begonnen (von Null). Ein unabhängiges Spielen von rechter und linker Hand kann ich noch nicht umsetzen. Gerne würde ich aber mir bekannte Melodien am Klavier spielen. Sollte ich noch abwarten oder sollte ich auch schon die in ihrem Akkord-Training gezeigten Übungen umsetzen können? Nehme aktuell 1/2 Stunde/Woche Klavierunterricht in städt. Musikschule.

Lieber Volker
Danke für deine Nachricht.

Erstmal zum «unabhängigen» Spielen von links und rechts: Ich empfehle dir diesen Artikel [https://klavierkrani.ch/haende-unabhaengig-bewegen/] zu lesen, den ich vor einer nicht allzu langer Zeit geschrieben habe. Gerade für Anfänger ist es wichtig zu verstehen, warum dieses «unabhängige» Spielen ein Trugschluss ist. Es gibt kein unabhängiges Spielen.

Zum Akkorde-Training [https://klavierkrani.ch/chords-foundation/]: Wenn du die Melodien mit rechter Hand spielen kannst – damit kann dir ja bestimmt dein Klavierlehrer helfen – dann ist die Frage was dein Ziel ist damit. Wenn es dir nicht reicht, einfach nur die blosse Melodie zu spielen und du willst etwas spannendes daraus machen können und dies selbst entwickeln können, dann empfehle ich dir von Herzen dieses Training zu buchen. Es ist so konzipiert, dass du mit Theorie und Praxis die Musik verstehst. Du wirst damit sehr unabhängig und frei werden.

Ich hoffe das hilft. Melde dich gerne jederzeit, wenn du noch mehr Fragen hast.

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