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Akkorde & Begleitung

Musikalische Intervalle und ihre Halbtonschritte (mit Tabelle)

In der Musik gibt es die sogenannten Intervalle – Abstände zwischen zwei Tönen. Intervalle können in Halbtonschritten gemessen werden, oder anhand von Stufen einer Tonart. Zur Intervall-Bestimmung hast du damit zwei Methoden: die absolute (Halbtonschritte abzählen) und die relative (Stufen der Tonart abzählen).

Intervalle auf dem Klavier – eine Übersicht

Da es 12 verschiedene Töne gibt, gibt es innerhalb einer Oktave 12 verschiedene Intervalle. Aus solchen Intervallen setzen sich dann Akkorde und Tonleitern zusammen.

Über die Oktave hinaus werden Intervalle meist bis zur Tredezime gezählt und nicht weiter. Das liegt daran, dass für 99.99% der existierenden Akkorde diese Intervalle ausreichen (die restlichen 0.01% findest du hier).

Musikalische Intervalle und ihre Bezeichnungen

Der Klang der Intervalle

Der Charakter der Akkorde, der Tonleitern und damit der Musik allgemein, wird durch den Charakter der benutzten Intervalle bestimmt. Es gibt wohlklingende (konsonante) und weniger wohlklingende (dissonante) Intervalle. Ein Teil der Wahrnehmung bleibt hierbei subjektiv: Ein stereotypisch strenger Klassiker wird z.B. eine grosse Septime als sehr dissonant bezeichnen, während ein alter Jazzer sie einfach nur schön finden würde. Gleichzeitig gibt es eine Wertung der Intervalle, die universell zu sein scheint. So klingen z.B. für die allermeisten Ohren grosse Terzen fröhlich und feierlich.

Alle Intervalle und Halbtonschritte: Tabelle

In der folgenden Tabelle sind alle gebräuchlichen Intervalle – inklusive Halbtonschritte (HTS), die du brauchst, um alle Akkorde und Tonleitern bilden und nachvollziehen zu können.

Name(n) Schreibweise Anzahl HTS Bsp. von C aus Klingt… Komplementär *
Prime, gleicher Ton 1 0 C & C wie ein Ton Oktave
Kleine Sekund, Halbton ♭2 1 C & D♭ sehr dissonant Grosse Sept
Grosse Sekund, Ganzton 2 2 C & D eher dissonant Kleine Sept
Kleine Terz ♭3 3 C & E♭ melancholisch Grosse Sext
Grosse Terz 3 4 C & E feierlich Kleine Sext
Quart(e) 4 5 C & F rein, scharf Quint
Übermässige Quart, verminderte Quint, Tritonus ♯4 oder ♭5 6 C & G♭ Spannung Tritonus
Quint(e) 5 7 C & G rein, scharf Quart
Erhöhte Quint, kleine Sext ♯5 oder ♭6 8 C & A♭ Terz-ähnlich, luftiger Grosse Terz
Sext 6 9 C & A Terz-ähnlich, luftiger Kleine Terz
Kleine Sept(ime) ♭7 10 C & B♭ eher dissonant Grosse Sekund
Grosse Sept(ime) 7 11 C & B dissonant Kleine Sekund
Oktave 8 12 C & C rein, klar Prime

* Das Komplementär-Intervall ist jeweils das zugehörige «Anti-Intervall», das zur Oktave ergänzt. So addieren sich z.B. die Quint (7 Halbtonschritte) und die Quart (5 Halbtonschritte) zur Oktave (7+5=12 Halbtonschritte). Ein Sprung um ein Intervall nach oben ist wie ein Sprung um das zugehörige Komplementär-Intervall nach unten. Klein ergänzt sich dabei immer mit gross: kleine Terz + grosse Sext, grosse Terz + kleine Sext, kleine Sekund + grosse Sept etc.

Beispiel: Von C aus ist die grosse Terz ein E. Von E aus ist die kleine Sext wieder ein C. So ergibt sich mathematisch ausgedrückt: grosse Terz + kleine Sext = Oktave.

Komplementär-Intervall Beispiel

Erweiterte Intervalle

Name(n) Schreibweise Anz. HTS selber Ton wie
Verminderte None ♭9 13 ♭2
None 9 14 2
Erhöhte None ♯9 15 ♭3
Dezime -10 16 3
Undezime 11 17 4
Erhöhte Undezime ♯11 18 ♯4 oder ♭5
Duodezime -12 19 5
Verminderte Tredezime ♭13 20 ♯5 oder ♭6
Tredezime 13 21 6

Über die Oktave hinaus klingen die Intervalle sehr ähnlich, wenn auch grundsätzlich etwas «luftiger». Die None klingt also ähnlich wie die Sekunde, die Dezime ähnlich wie die Terz etc.

Intervalle nach Halbtonschritten bestimmen

Du kannst Intervalle erkennen sowie selbst bauen, indem du nach der Tabelle oben Halbtonschritte abzählst:

  1. Fange bei einem Ton an, z.B. bei einem A
  2. Wähle ein Intervall, z.B. eine grosse Terz
  3. Schau die Anzahl Halbtonschritte nach – 4
  4. Zähle die Schritte, die du machst: 1=A#, 2=H, 3=C, 4=C#
    → Somit ist A+C# eine grosse Terz

Du brauchst die Tablle nicht unbedingt immer dabei zu haben, du kannst dir einfach die wichtigsten Zahlen merken:

  • Terzen sind 3 oder 4 Halbtonschritte.
  • Quarte und Quinte sind 5 resp. 7 Halbtonschritte.
  • Sekunden liegen gerade über dem Grundton.
  • Septimen liegen gerade unterhalb des Grundtons.
  • Sexten liegen zwischen Quint und Septime.

Intervalle nach Stufen bestimmen

Ihre Namen haben die Intervalle ausgehend von der Dur-Tonleiter. Die Dur-Tonleiter besteht somit aus:

  • dem Grundton
  • der grossen Sekunde
  • der grossen Terz
  • der reinen Quarte
  • der reinen Quinte
  • der grossen Sext
  • der grossen Septime

Du hast also alle grossen/reinen Intervalle in der Dur-Tonleiter drin. Das kannst du die wie folgt zunutze machen. Wenn du ein Intervalle suchst oder bestimmst:

  1. Spiele zuerst eine Dur-Tonleiter auf dem Grundton.
  2. Zähle dann die Tonleiter-Stufen bis zu dem gesuchten Intervall. Wichtig: Grundton mitzählen!
  3. Wenn du ein kleines/vermindertes/erhöhtes Intervall suchst, gehe vom reinen/grossen Intervall aus und ändere es um einen Halbtonschritt ab.

Beispiel 1: Suche eine kleine Sext von A aus.

  1. Die A-Dur-Tonleiter hat die Töne A, H, C#, D, E, F# und G#
  2. Die Sext ist der sechste Ton, somit ist die grosse Sext ein F#.
  3. Die kleine Sext liegt einen Halbtonschritt darunter → ein F.

Beispiel 2: Welches Intervall ist F zu B?

  1. Die F-Dur-Tonleiter hat die Töne F, G, A, B, C, D und E.
  2. B ist der vierte Ton in der Tonleiter, also ist F zu B eine Quart.

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Von Artemi

Als Klavierlehrer ist Artemi leidenschaftlich dabei, das Know-How um das freie Klavierspiel für alle frei zugänglich zu machen. Jede und jeder soll Klavier spielen lernen können – kostenfrei und unkompliziert.

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