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Akkorde & Begleitung

36 Begleitmuster PDF (kostenlos) – Klavier Begleitpattern lernen

Was ist ein Begleitmuster?

Das Begleitmuster ergänzt die Hauptmelodie. Sei es eine Gesangsmelodie, ein Solo Instrument oder eine Melodie auf dem Klavier – die Begleitung ist stets weniger markant als die Hauptmelodie – sie begleitet. Das heisst, sie ist im Hintergrund, während die Hauptmelodie im Vordergrund ist. Begleitung kann sehr simpel und auch sehr komplex sein. Es gibt Begleitpatterns, die ein kleines Kind ohne Vorkenntnisse spielen könnte und es gibt Bandpianisten, die ihr Leben lang «nur» Begleitpatterns spielen. Beispiel: Guns’n’Roses…

Es gibt 3 Hauptfaktoren, die dein Begleitpattern in den Hintergrund versetzen und somit die Begleitung zur Begleitung machen:

  • Tonhöhe: Was tiefer gespielt wird, wird als Begleitung wahrgenommen. Das ist der Grund, warum in der Chormusik der Sopran – die höchste Stimme – meistens die Melodie-Stimme ist und die anderen Stimmen Begleitstimmen. Beispiel: Bless the Lord my Soul, vierstimmiger Chor…

  • Lautstärke: Begleitinstrumente in einer Band sind meistens leiser eingestellt, als die Soloinstrumente bzw. der Lead-Gesang. Was leiser gespielt wird, nehmen wir automatisch als Begleitung wahr. Beispiel: Gitarre ist leiser als Gesang in Blowing in the Wind von Bob Dylan…

  • Einfachheit: Je simpler die Begleitung im Vergleich zur Melodie, desto mehr klingt sie nach Begleitung. Simpler heisst meistens rhythmisch gleichmässiger, repetitiver oder mit kleinerer Anzahl Töne. Von daher kommt auch das Wort Pattern (engl. Muster). Beispiel: Beatles haben Hintergrundgesang zwar gleich laut wie Hauptgesang, aber er wirkt hintergründig, weil sie ganz lange Töne singen. Refrain von Nowhere Man…

 

Die 3 wichtigsten Aspekte der Begleitmuster

Um ein Begleitpattern zu spielen, brauchst du erstens die richtigen Töne, die «im Akkord» (d.h. passend) zur Melodie sind; zweitens eine passende Dichte (d.h. wie voll die Begleitung klingen soll) und drittens den passenden Rhythmus.

 

1) Die richtigen Töne wählen – Akkorde verstehen

Ob du nach Gehör, nach Noten oder nach einem Lead-Sheet begleitest – du wirst die Information benötigen, welche Akkorde und in welcher Reihenfolge zum Stück passen. Zum Beispiel schaust du in die Noten von «Happy Birthday» und siehst die Akkorde G-Dur, C-Dur und D7.

Wenn du die Akkorde hast, musst du wissen, aus welchen Tönen sie bestehen: G-Dur aus G, H und D;

C-Dur aus C, E und G;

D7 aus D, F#, A und C.

Deine Begleitung muss in der Regel aus diesen Tönen bestehen.

Wichtig: Die Akkordbezeichnung definiert meistens den tiefsten Ton deiner Begleitung (den Basston). Beim G-Dur ein G, beim C-Dur ein C, etc. Akkorde mit Schrägstrich (engl. Slash) geben einen anderen Bass an, als den Grundton vom Akkord. Wenn z.B. D/F# als Akkord steht, dann spielst du einen D-Dur-Akkord, aber nicht mit einem D, sondern einem F# im Bass. Du kannst auch damit experimentieren, verschiedene Töne als Basston zu spielen. Wenn du einen der Töne aus dem Akkord selbst verwendest (wie z.B. G/D oder G/B), verändert das leicht die Klangfarbe des Akkords. Wenn du einen «fremden» Ton verwendest, der nicht im Akkord ist (z.B. G/F oder G/E), dann veränderst du den Akkord (z.B. ein G/F ist eigentlich ein G7/F und ein G/E ist eigentlich ein Em7).

2) Wie voll soll es klingen? Dichte festlegen.

Du kannst die Töne deiner Begleitung einmal so spielen, wie sie gebraucht werden, d.h. du machst bei normalen Dur- oder Moll-Akkorden eine dreistimmige Begleitung.

Wenn du weisst, welche Töne die Melodie macht, kannst du diese Töne von der Begleitung weglassen. Im ersten Takt von Happy Birthday wird die meiste Zeit ein D gesungen, das heisst deine Begleitung muss nicht zwingend ein D enthalten – die Melodie übernimmt das bereits. So wird deine Begleitung weniger dicht. Auch können meistens die Quinten der Dreiklänge (der fünfte Ton vom Grundton aus, d.h. beim G-Dur das D, beim C-Dur das G etc.) weggelassen werden, ohne dass der Klang sich stark verändert.

Alternativ kannst du die Begleitung auch dichter machen, indem du in deinem Begleitpattern alle möglichen Töne mehrmals vorkommen lässt. Hier zum Beispiel kommt bei jedem Akkord der Grundton jeweils dreimal vor und die Quinte zweimal.

3) Rhythmik – die Muster definieren

Die Wahl der Töne und der Dichte wird erst mit einem Rhythmus zum wirklichen Begleitpattern. Dafür brauchst du zuerst drei Dinge: die richtige Taktart (hier 3/4 Takt), das richtige Feel (hier swing bzw. ternär) und das richtige Tempo (hier Allegro, genauer 135 BPM). Danach kannst du nach deinem Niveau wählen, wie du dein Lied rhythmisch begleiten willst.

Für die linke Hand ist das Einfachste, den Basston (meist den Grundton des Akkords) zu spielen und erst wieder den nächsten Ton zu spielen, wenn ein neuer Takt kommt oder innerhalb des Taktes der Akkord wechselt. Alternativ kann der Basston auch rhythmisiert, um eine Oktave oder eine Quinte ergänzt, und/oder auch mit Übergangstönen verziert werden.

Falls du die Melodie mit der rechten Hand selbst spielst, kann das mit den Basstönen schon kompliziert genug sein. Wenn nicht, kannst du weitere Töne aus den Akkorden dazu nehmen, entweder zu der linken oder zu der rechten Hand.

Falls die Melodie von einem anderen Instrument oder von einer Stimme vorgetragen wird, bist du mit der rechten Hand freier und kannst z.B. die Dreiklänge der Akkorde als Viertel spielen (erinnert dann je nachdem an Killer Queen).

Das kostenlose Klavier Begleitpattern PDF zum Download

Weitere Beispiele von Begleitpatterns findest du im kostenlosen fünfseitigen pdf «36 Begleitmuster». Gib einfach deine E-Mail-Adresse ein und du erhältst sofort den Download-Link zum Klavier Begleitpattern pdf.

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Von Artemi

Als Klavierlehrer ist Artemi leidenschaftlich dabei, das Know-How um das freie Klavierspiel für alle frei zugänglich zu machen. Jede und jeder soll Klavier spielen lernen können – kostenfrei und unkompliziert.

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